Alan, oder Flucht und Verwirrung
von FirlefanzineEine Operation geht schief. Ray hat nicht die Nerven sich um den anscheinend tödlich verletzten Bodie zu kümmern, und verschwindet.Aber Bodie lebt, und nach einem Jahr findet er schließlich in Frankreich eine Spur von seinem Partner.
Tausend Dank an Potztausend für die verständnisvolle Beta! Alle verbliebenen Fehler sind alleine meine Schuld.
"Doyle... er lebt. Verdammt Doyle, komm her, ich brauche Dich!"
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Es schien ihm, als würde er sich selber aus der Ferne beobachten.
Wie er da in seinem dunkelgrauen, knielangen Wintermantel am Ufer des Meeres entlangwanderte, eines Meeres, das sich der Erscheinung und der Laune des einsamen Spaziergängers anzupassen schien.
Selbst der Himmel war wolkenverhangen und grau, und das Wasser schwappte nur träge um seine Füße.
Dieses Bild des einsamen Mannes war in seinen Gedanken mehr präsent als die eigenartigen, angeschwemmten Gegenstände, die sich ihm immer wieder in den Weg legten, und die er völlig selbstvergessen umging, so als wäre jedes Hinübersteigen zu viel der Mühe.
Er lachte kurz auf. Er war der Inbegriff des 'lonely wolf'. Der Mann, der schon alles erlebt hatte und den nichts mehr berühren konnte. Ein Mann, am Gestade des Meeres, als einziger Gefährte der treue Hund. Gefangener einer selbstgewählten Einsamkeit, weil die Frau, die er geliebt hat, ihn verlassen hat…
Was für ein Klischee.
Oh Gott, anstatt dilettantisch zu malen, sollte er besser dilettantische Romane schreiben.
Hatte er doch noch nicht einmal einen Hund bei sich, und da war auch keine geliebte Frau…
- da war nur…
Und die Bilder gingen nicht aus seinem Kopf.
Aber hier in der Bretagne waren sie weniger nah, weniger real – weniger wahr.
Sie wurden weggeweht vom Wind und von der erfrischenden, puren Nässe auf der Haut.
Er verzog das Gesicht. Das mußte er sich für seinen 'Roman' merken.
Er blieb stehen und sah sich um. Er war schon wieder viel zu weit gegangen, und er würde sich die letzten Gemüsereste auf dem kleinen Wochenmarkt zusammensuchen müssen.
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"Alan? Geht es Dir besser? --- Alan!"
Etwas Leichtes berührte seinen Arm. Erschrocken fuhr er herum und starrte in die besorgten Augen der Frau, von der er angenommen hatte, daß er sie niemals wiedersehen würde. Erinnerungen an ihr letztes Zusammentreffen stürmten auf ihn ein, und zu seiner großen Verlegenheit spürte er, daß sich Schweiß auf seiner Stirn bildete und sein Gesicht war höchstwahrscheinlich flammendrot.
*Gott…, er machte gerade schon wieder einen kompletten Idioten aus sich.*
Aber Helen schien eigenartigerweise erleichtert zu sein. Sie griente ihn mit einem schiefen Lächeln an.
"Das ist auch das Mindeste was ich verlangen konnte."
Sie packte seinen rechten Arm fester und zog ihn aus dem Getümmel des kleinen Marktes hinaus.
"Komm! Ich spendiere Dir ein Eis. Du brauchst es anscheinend."
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Titel: Alan, oder Flucht und Verwirrung
Autor: Firlefanzine
Gen, Het oder Slash: Slash und Het. Yep! Das geht! :-)
Paar: Doyle/Helen, Cowley/Anna, Bodie/Doyle/Helen, Bodie/Doyle
Anzahl Wörter: ~16600
Warnungen: s.o., ansonsten nicht notwendig
Kurzbeschreibung: Eine Operation geht schief. Ray hat nicht die Nerven sich um den anscheinend tödlich verletzten Bodie zu kümmern, und verschwindet. Aber Bodie lebt, und nach einem Jahr findet er schließlich in Frankreich eine Spur von seinem Partner.
Disclaimer: 'Die Profis' gehören nicht mir
no subject
Date: 2012-07-06 05:45 pm (UTC)Also ich mag die Geschichte, und das mit dem Spannungsbogen früh am Anfang ist toll - wir wissen, dass Bodie lebt, und Doyle weiß es auch, und können uns genüsslich zurücklehnen und zusehen, wie sie sich finden. Sowas mag ich.
Das mit dem Humor mag ich auch (Cowley im Capri *ggg*). Helen ist als interessante Frau beschrieben.
Schöne Einzelheiten: "...und die er völlig selbstvergessen umging, so als wäre jedes Hinübersteigen zu viel der Mühe." Oder das verräterische "Mobile Ghetto", eine klasse Idee.
Dass ein Gefesselter vor der Folterung an einem Herzinfarkt stirbt, hat was sehr abgedrehtes. Fand ich amüsant.
Sehr schön, wie Du einen Abschnitt nicht immer in einem Absatz zu Ende erzählst, sondern kurz davor einfach aufhörst, und etwas anderes anfängst. Und erst später den Teil dann zu Ende schreibst. Gut für den besagten Spannungsbogen ;-).
Die Stelle mit "Das war der Moment, in dem Ray Doyle sich in William Andrew Phillip Bodie verliebte. Und die Erkenntnis verschlug ihm regelrecht die Sprache." finde ich toll.
Das Gespräch hinter der Mauer ist - ohne dass ich es noch mal verglichen hätte - von meinem Eindruck her jetzt weniger kitschig. Obwohl immer die Frage für mich bleibt, ob die beiden solche Beziehungsdiskussionen überhaupt führen würden...
Ja, jetzt zur Szene am Schluss, mit Helen und der geladenen Waffe, mit der sie (erst gesichert, dann ungesichert) vor den beiden herumfuchtelt. Ich mag ja die Stelle, wo Du beschreibst, wie sie im Sessel sitzt, mit den beiden nackten Kerlen vor ihr, sehr, sie ist sehr atmosphärisch geschrieben.
Aber: ich bin nach wie vor der Meinung, dass eine Nicht-CI5-Frau mit geladener Waffe von B/D nie akzeptiert würde. Sie würden immer sofort versuchen, sie zu entwaffnen. Und mit entsicherter Waffe auf Genitalien zielen - um Himmels Willen. Und auch Cowley, der im Hintergrund mit Waffe liegt, um Helen notfalls zu töten, falls sie schießen sollte, macht für mich keinen Sinn. Er würde seine beiden Jungs niemals in solche überflüssigen Gefahren bringen. Und jemand, der den Umgang mit Waffen kennt, steckt sie sich nicht geladen in den Hosenbund.
Kurz gesagt - ich mag fast alles. Bis auf die besagte Szene mit der geladenen Waffe in Helens Händen, die mir nach wie vor quer den Hals runtergeht ;-)
no subject
Date: 2012-07-06 10:45 pm (UTC)Guck Dir nur den Big Bang von 2010 an mit den unendlichen Folterszenen...
Und wenn ich zwei sexy Kerle mit vorgehaltener Waffe dazu
zwingenbringen kann 'die Hosen runter zu lassen' - dann lass mir doch meinen Spaß! ;-)Ich habe 'zwingen' gestrichen, weil ich denke, es kommt durch daß das ganze von Anfang bis Ende ein Spiel ist!?
Helen HAT gelernt mit der Waffe umzugehen, und irgendwer hätte nur (früher) ernsthaft 'Schluß' sagen müssen! Bodie macht es ja irgendwann einfach.
Cowley... ja, da ist mein 'wicked' Sinn für Humor. Sorry, da konnte ich nicht anders! Auch er hat ein Recht auf ein Liebesleben und eine Weiterentwicklung was sein Weltbild angeht. Er ist hier ein wenig auf Helens Seite.
(Vielleicht habe ich auch zu viel Van De Wetering gelesen...???)
Ansonsten bin ich froh, daß Du meinen unbewußten Gehirnwindungen so freudig folgen konntest, und daß die Reise anscheinend recht kurzweilig für Dich war! (*g* ich schicke das jetzt so ab!)
Danke für die Rettung aus dem Komma-Sumpf! :-)